Historische Stimmungen hören – mitteltönig, Werckmeister, Kirnberger
Dasselbe Stück in gleichstufiger, mitteltöniger, Werckmeister-III- und Kirnberger-Stimmung: Hör, warum C-Dur und F♯-Dur früher verschieden klangen – mit Wolfsquinte und Quintenzirkel.
Vier Stimmungen
- Gleichstufig – alle Halbtöne gleich groß, jede Tonart klingt gleich.
- Mitteltönig (um 1500–1700) – reine große Terzen, dafür die Wolfsquinte G♯–E♭.
- Werckmeister III (1691) – alle Tonarten spielbar, jede mit eigenem Charakter.
- Kirnberger III (1779) – C–E rein, je mehr Vorzeichen, desto schärfer.
Warum Tonarten früher Charakter hatten
Zwölf reine Quinten übereinander landen nicht wieder genau beim Ausgangston (pythagoreisches Komma). Jede Stimmung verteilt diesen Rest anders – deshalb klang F♯-Dur anders als C-Dur.